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Habersbirk (Habartov) - Drama 13.9.1938 in Habersbirk

Beigetragen: Pavel Frýda

Während des Sommers 1938 herrschte im tschechischen Grenzgebiet eine gespannte Atmosphäre. Am Abend des 12.9.1938, als Hitler seine Rede am Parteitag in Nürnberg hielt, kam es zu ersten sich steigernden Aggressivitäten der Sudetendeutschen Partei. Am darauffolgenden Tag kam es im Grenzgebiet zu einem Aufstand. Eine besonders tragische Tragweite hatte es im ehemaligen Bezirk Falkenau an der Eger. Hier kam es in den Dörfern Schwaderbach, Gossengrün und vor allem in Habersbirk zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Um 9 Uhr morgens besetzten Mitglieder der Sudetenpartei die örtliche Post und das Rathaus, hängten eine Hakenkreuzflagge aus und hielten den Ortsvorsteher Bittner fest, einem Gegner der Nazis

Die Aufsicht des Postens in Habersbirk bestand aus zwei Personen. Nach vergeblichen Verhandlungen mit den Aufständischen forderten die Gendarmen den Führer der Aufständische Schugg auf, ihnen auf die Station zu folgen. In das Gebäude drangen jedoch auch Ordner der »Freiwilligen Schutzstaffel« ein, die Verhandlungen wurden immer lautstarker und als sich die Aufständischen das Waffenarsenal stürmen wollten, kam es zu ersten Schüssen.

Die Station leerte sich, auf dem Boden lag jedoch der getötete Befehlshaber der Gendarmen, Jan Koukol, Matěj Příbek wurde verletzt und kampfunfähig. Der tödlich verletzte Ordner Otto Plass konnte noch in den Gang heraustorkeln, dort fiel er jedoch tot zu Boden. Ein weiterer schwer verletzter war Smanna, den sie in das Albert-Gasthaus schleppten und dort einen vorläufigen Hauptsitz einrichteten. Die Station verteidigten Schutzmeister Jan Pardus und Antonín Křepela. Obwohl die Schutzstaffel aus ungefähr einhundert Mitgliedern bestand, trauten sie sich doch nicht die Station anzugreifen, das sie die Zielgenauigkeit der Verteidiger kannte.

Die Belagerung zog sich hin, dauerte fast zwei Stunden. Die Deutschen nahmen danach die Frau des Schutzmannes Pardus Růžena als Geisel, die sie auf ihrer Arbeitsstelle an der Post gefangen nahmen. Auf dem Weg zur Polizeistation wurde die Frau durch aufgeputschte Menge gelyncht. Die Drohung seiner Frau zu erschießen, bewirkte, dass die Schutzmänner die Verteidigung aufgaben. Sie verließen ihren Schutz unbewaffnet und wurden trotzdem von den Sudetendeutschen beschossen. Křepela wurde später tot aufgefunden, Pardus mit seiner Frau überlebten schwerverletzt.

Den verletzten Gendarmen zog später der ansässige Pfarrer Zivilbekleidung an und organisierte eine Unterbringung im Krankenhaus.

Etwa 13 Stunden später kam im Ort ein Fahrzeug mit 11 Gendarmen aus Falkenau an, die ebenfalls beschossen wurden. Gleich zu Beginn der Schießerei fiel Gendarmenwärter Vladimír Černý und Korporal Stanislav Roubal. Kurz darauf trat ein weiteres Fahrzeug mit 13 Staatspolizisten aus Karlsbad ein. Beide Gruppen nahmen einen Gegenangriff vor und eroberten einen Sitz der Aufständischen nach dem anderen ein. Die größte Schiesserei gab es dabei bei der Bräuer-Gaststätte. Von Seite der Aufständische wurde Alois Mädler, Franz Galli und Josef Ehm getötet, weitere vier schwer verletzt.

Der Aufstand wurde endgültig nach Eintreffen eines schwer bepanzerten Fahrzeuges mit einem Maschinengewehr beendet. Die Waffen wurden beschlagnahmet, die meisten Aufständischen flüchteten ins nahe Deutschland. 6 Personen wurden eingesperrt, wegen der weiteren politischen Entwicklung jedoch kurz darauf wieder entlassen. Nur ein Teil der Schuldigen kam nach dem Krieg vors Gericht, wo ihre Schuld untersucht wurde.

Quelle: Ota Holub, Rovnice řešená zradou, Pohraničí 1938-39

Übersetzung: Dieter Pohl


Eingegeben: 23.4.2007



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